Kennst du eigentlich die VGH Stiftung? Mit einem jährlichen Fördervolumen von rund 1 Mio. Euro unterstützt sie in unserem Geschäftsgebiet in Niedersachsen und Bremen unterschiedlichste Projekte aus den Bereichen Denkmalpflege, Literatur, Kunstvermittlung, Museumspädagogik, Mildtätigkeit und Wissenschaft. Und: In diesem Jahr feiert die VGH Stiftung ihren 20. Geburtstag. Ein passender Zeitpunkt für ein Karriere-Blog-Interview mit Dr. Johannes Janssen, Direktor der VGH Stiftung und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren VGH Stiftung, Dr. Janssen! Wann steigt die Party?

Eine Party wird es nicht geben, allein schon vor dem Hintergrund der Corona-Thematik. Wir sind aber auch keine Stiftung, die sich unbedingt selbst feiert. Vielmehr haben wir uns zum 20. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht: Eine neue Förderkonzeption, die im nächsten Jahr greift und an der wir viele Monate gearbeitet haben. Unsere bisherigen sechs Förderbereiche werden wir dann auf vier verdichten: Literatur, Denkmalpflege, Wissenschaft und Kulturelle Bildung. Damit sind wir in Zukunft eine reine Kulturstiftung.

Zum 20. Geburtstag bekommt die VGH Stiftung von Dr. Johannes Janssen und seinem Team ein neues Förderkonzept.

Dr. Johannes Janssen von der VGH Stiftung
Happy Birthday! Zum 20. Geburtstag bekommt die VGH Stiftung ein neues Förderkonzept von Dr. Johannes Janssen und seinem Team „geschenkt“.

Wie ist die VGH Stiftung eigentlich entstanden?

Mit 20 Jahren sind wir eine relativ junge Stiftung. Geboren wurde sie aus dem Gemeinwohlgedanken der VGH Versicherungen, möglichst viele Menschen im Geschäftsgebiet an Kultur teilhaben zu lassen, sie auch aktiv ins Land zu bringen. Dabei ist eine Stiftung per se unabhängig und inhaltlich nur an ihre Förderrichtlinien gebunden. Die Unternehmen, die eine Stiftung gründen, dürfen dies also nicht mit Marketing verwechseln. Bei Gründung haben wir ein Stiftungskapital erhalten. Die Idee ist, den Betrieb möglichst allein mit den Zinsen sicherzustellen. In einer anhaltenden Niedrigzinsphase ist dies allerdings nicht möglich. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass die VGH uns seit Jahren sehr großzügig die fehlende Summe ausgleicht, damit wir auf diesem Niveau und mit einem Fördervolumen von jährlich rund 1 Mio. Euro weiterarbeiten können. Das ist einfach großartig!

Was machen Sie mit dem ganzen Geld?

Wir fördern nicht nur Projekte anderer, sondern stellen auch selbst welche auf die Beine: Den JULIUS-CLUB zum Beispiel, der Kindern und Jugendlichen Spaß an Literatur vermitteln soll. Gemeinsam mit teilnehmenden Bibliotheken bieten wir jedes Jahr in den Sommerferien ein buntes, sehr lebendiges Programm rund um Bücher an. Auch das Literaturfest Niedersachsen ist eines unserer größeren Eigenprojekte. Es ist für mich gerade die Vielfalt unserer Förderungen in Niedersachsen und Bremen, die uns auszeichnet. Von kleinen Projekten im Harz oder Emsland bis zu größeren in den Städten sind wir breit aufgestellt.

Was sind Ihre Aufgaben als Stiftungsdirektor?

Ich bin verantwortlich für alle Inhalte, Finanzen, die Kommunikation mit den Gremien und – das ist mir fast das Wichtigste – für unser Team! Mir macht es wahnsinnig viel Spaß, so viele unterschiedliche Menschen aus den Gremien, aus den historischen Landschaften, aus der Politik und dem Unternehmen „mit drin“ zu haben. Dadurch haben wir immer einen sehr weiten Fokus. Als Stiftungsdirektor muss ich Menschen überzeugen. Wir müssen uns rechtzeitig und intensiv austauschen, abwägen und auch mal Kompromisse eingehen, um am Ende zu einem guten Ergebnis zu kommen. Das hat schon etwas von Politik – und macht mir Spaß!

Welche Bilanz ziehen Sie aus den vergangenen 20 Jahren?

Meine Vorgängerin Dr. Sabine Schormann hat wirklich gute Arbeit geleistet und die VGH Stiftung über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Mir gefallen die Strukturen, die Besetzung der Gremien mit unterschiedlichen Kompetenzen aus dem ganzen Geschäftsgebiet der VGH, die alle gemeinsam für das große Ganze stehen. Da hätte ich woanders erst intensiv Networking betreiben müssen. Für mich war es eine Luxussituation, vor 1,5 Jahren auf dieser sehr guten und relativ krisensicheren Basis aufbauen zu können. Wir sind nicht irgendwie abgehoben, sondern schauen immer nah am Menschen, wo wir helfen können. Nun geht es darum, uns weiter auf das zu konzentrieren, was wir am besten können. Unser neues Förderkonzept mit Fokus auf Kultur ist dabei ein wichtiger Schritt.

Das Literaturfest Niedersachsen und die Niedersächsischen Musiktage der Sparkassenstiftung fallen dieses Jahr coronabedingt aus.

Die Vorbereitung und Durchführung unserer beiden großen Festivals hält uns normalerweise ganz schön auf Trab. Das fällt dieses Jahr weg. Trotzdem sitzen wir natürlich nicht untätig herum –  im Gegenteil: Wir haben einen Corona-Soforthilfe-Sonderfonds zur Unterstützung von Kulturschaffenden ins Leben gerufen. Rund 1.000 Anträge sind eingegangen, die mein Team fast rund um die Uhr bearbeitet hat bis die Spendensumme ausgeschöpft war. Für nächstes Jahr haben uns die Gremien bereits einen neuen Corona-Fonds in gleicher Höhe zugesichert, denn die Pandemie und ihre Folgen sind ja nicht plötzlich vorbei.

Darüber hinaus haben wir uns etwas ausgedacht, um unter Einhaltung der geltenden Vorschriften Kultur zu den Menschen zu bringen: Unsere Pop-up-Eventreihe „Aufm Platz“ findet an vier Wochenenden im September statt. Dann stellen wir eine mobile Bühne auf Marktplätzen und anderen öffentlichen Stätten auf. Ein bisschen wie die Jahrmarktleute von früher. Eine knappe Stunde Programm mit Musik und Literatur und schon ziehen wir weiter. Kommt vorbei, es wird laut! 🙂

Wo sehen Sie die VGH Stiftung in 20 Jahren?

Ich hoffe sehr, dass wir weiterhin ein starker Partner für alle Kulturschaffenden unserer Förderbereiche im Land sind. Ebenso hoffe ich, dass wir nicht nur Projekte, sondern auch Strukturen fördern und besonders in ländlichen Gegenden verstärkt darauf Einfluss nehmen können. Wir wollen wach sein, um gesellschaftspolitisch relevante Themen aufzugreifen und helfen, wo wir als Kulturstiftung können. Ich freu mich sehr darauf!

Dr. Johannes Janssen von der VGH Stiftung
Stiftungsdirektor Dr. Johannes Janssen führt die VGH Stiftung in die Zukunft. Wir wünschen alles Gute für die nächsten 20 Jahre! 

Über die VGH Stiftung

⚓️ Gründungsjahr: 2000
🎯 Förderbereiche: Denkmalpflege, Literatur, Kunstvermittlung, Museumspädagogik, Mildtätigkeit, Wissenschaft
👩🏼‍💻🧑🏻‍💻 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: bis zu 20 (gemeinsam mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, festivalbedingt)
🐘 Größte Projekte: JULIUS-CLUB und Literaturfest Niedersachsen
💰 Fördervolumen: rund 1 Mio. Euro/Jahr

Bilanz 2000 – 2020

📚 70.000 kostenlose Bücher beim JULIUS-CLUB für die teilnehmenden Bibliotheken
💡 111 Förderungen wissenschaftlicher Projekte
🖋 966 Künstlerauftritte beim Literaturfest Niedersachsen
🎤 1.000 Flaschen stilles Mineralwasser für die Vorleser

Mein Name ist Dominic und ich bin Social-Media-Manager bei der VGH. Ich betreue unsere verschiedenen Kanäle in den Sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Youtube oder Xing und bin für die Planung und Umsetzung von Kampagnen verantwortlich.

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